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Sent: Monday, January 08, 2007 2:45 PM

 

Sehr geehrter Herr Wallenborn,

 

Wie ich schon in meiner ersten Mail geschrieben habe, geht es mir hier in Velma, Oklahoma super gut und ich geniesse die Zeit sehr! Das ich mich hier so wohl fuehle merke ich auch daran, dass die fast fuenf Monate wie im Flug vergangen sind.

 

Am Anfang natuerlich dadurch, dass alles neu war. Ich bin Anfang August in Oklahoma angekommen, mitten im heissesten Sommer seit Jahren und zuerst hat mich die Hitze einfach nur umgehauen. Nach einem verpassten Flug in Dallas und schon einigen Verzweiflungsmomenten da nicht sicher war ob ich den folgenden Flug wirklich nehmen kann und das gate dann staendig geaendert wurde, hat mich meine Gastfamilie (Hank, Kasey und meine 10-jaehrige Gastschwetser Jessica) warmherzig in Oklahoma City empfangen. Auch ihr koreanischer Austauschschueler Yonghee von vor zwei Jahren ist wieder aus Korea angekommen, da er zur University of Oklahoma geht.

 

Das erste Wochenende war gleich Rodeo in Velma, ein perfekter Start fuer ein Jahr im Suedweststaat Oklahoma! Nach einer Woche, in der ich schon viel von Oklahoma gesehen habe, fing dann die Schule an. Ich gehe zur Velma-Alma High School hier in Velma; es ist eine ziemlich kleine High School mit nur ca 200 students. Das hat mich am Anfang etwas abgeschreckt, doch wie ich mittlerweile finde, ist es fuer einen Austauschschueler nur ein Vorteil, in kleineren Orten zu leben und zu kleineren Schulen zu gehen, da man so viel schneller alle kennenlernt und schneller ein Teil des ganzen ist.

 

In der Woche vor Schulstart habe ich schon angefangen cross country zu trainieren, sodass ich schon einige kannte und ich mich nicht so neu gefuehlt habe. Ausserdem war ich vor Schulstart auch schon ein Wochenende mit der Youth Group unserer Kirche in Oklahoma City. Meine Faecher sind Band, Spanish I/II, Geography, AP Biology, Algebra and English IV.

 

Die Sprache  hat mir keine Probleme gemacht, ich konnte von vornerein mit der Schnelligkeit mithalten. Allerdings war es am Anfang so, dass ich nicht so schnell auch etwas in conversations mit einwerfen konnte (die Vokabeln haben mir einfach gefehlt), was mich selbst etwas geaergert hat, da ich gerne und viel redeJ Doch nach einem Monat war auch das Problem aus der Welt und nun rede und rede und rede ich…Die einzige etwas schwierige class war AP Biology, da der Stoff recht schnell durchgenommen wurde, doch ich habe gearbeitet und nun habe ich ein A+. Auch in allen meinen anderen Fachern habe ich A’s; so kann man schon sagen, dass die Schule hier einfacher ist.

 

Sport wird hier sehr gross geschrieben (gefaellt mir seeeehr gut) und dadurch, dass man jeden Tag practice hat, habe ich das Gefuehl, dass es einem mehr bringt. Mein fall sport war cross country, nun spiele ich basketball und in spring faengt dann track an. Da ich track auch in Deutschland mache, bin ich auf dass Training hier schon besonders gespannt. Ein besonderes Gefuehl hier ist es auch einfach ein teil eines teams zu sein und den team spirit mitzuerleben!! Der ist hier einfach amazing!! Durch das Basketball spielen merke ich das besonders: wenn am Tag des games eine Rede des team captains gehalten wird, dein locker geschmueckt wird, du candie bags bekommst, alle dir Glueck wuenschen, du durch eine spirit line aufs spielfeld laeufst etc. (am letzten Wochenende bin ich bei einem home game als erste des teams aufs feld gelaufen) Jeder ist einfach viel stolzer auf seine Schule und ich fuehle mich auch schon als ein “Velma-Alma Comet”! Dieses Jahr sind wir im football bis zum state final gekommen, ein weiteres besonderes Erlebnis und auch in cross country haben wir uns fuer state qualifiziert.

 

Freunde zu finden, ist mir nicht schwer gefallen; alle waren sehr offen zu mir und ein Punkt, warum mir die Schule so viel Spass macht, ist, da ich hier alle treffe, mich mit ihnen unterhalte und wir einfach viel Spass zusammen haben. Da ich so viele Freunde habe, wird mir auch nie langweilig, da wir immer irgendetwas machen. Mit ihnen mache ich hauptsaechlich etwas am Wochenende; wir gehen ins Kino, fahren nur herum (alle regen sich ueber hohe Spritpreise auf, doch trotzdem fahren sind fuenf Min mit dem Auto zur Schule…), hang out at someone’s house, etc. Es ist einfach immer lustig!! Viele hier sagen mir jetzt schon, dass sie gar nicht daran denken moechten, wenn ich im Sommer zurueck nach Deutschland gehe und das sie mich wirklich vermissen werden. Es ist natuerlich schoen, soetwas von seinen neuen Freunden zu hoeren, doch auch ich moechte noch nicht darueber nachdenken, wenn ich im Sommer allen “bye” sagen muss…

 

Die Weihnachtsferien waren sehr ruhig und relaxed, was nach der schule eine gute Entspannung war. Wir haben viel mit der Familie gemacht, gebacken, gekocht, spiele gespielt und ich hatte ueberhaupt kein Gefuhel des Heimwehs. Auch wurde ich von den vielen Geschenken uberrascht, die ich in der Anzahl so gar nicht erwartet habe. Silvester habe ich mit allen meinen Freunden und der Youth Group gefeiert. Wir haben uns inflatable games ausgeliehen und es war so much fun!! Wir hatten einen riesigen aufblasbaren parcours, den einen wirklich kaput gemacht hat. Ausserdem standen movies zur Verfuehgung, Spiele, x-box, essen; einfach alles. Um zwoelf haben wir dann ins neue Jahr gefeiert, doch ohne Feuerwerk, was auch etwas ganz neues fuer mich war. Am zweiten Januar hat die Schule auch wieder angefangen und man war sofort wieder voll eingespannt in practice, homework etc.

 

So langsam wird prom von den juniors vorbereitet und das ‘prom fever’ beginnt, da ueber dresse geredet wird, ueber dates nachgedacht wird usw. Ich freue mich schon sehr auf prom und graduation, da ich das so nie wieder in Deutschland haben werde. Doch dann rueckt auch das Ende des Jahres naeher, worueber ich so ueberhaupt nicht nachdenken moechte. Deshalb geniesse ich die restliche Zeit hier umso doller!! J

 

Zum Schluss wollte ich mich noch bei Ihnen bedanken, dass sie mir die Moeglickeit geboten haben, ein Jahr in den USA zu verbringen und all das erleben zu duerfen. Auch mit meiner Gastfamilie kann ich nur sagen “Good job!”. Wir kommen so gut miteinander klar und ich fuehle mich einfach nur wohl!! Danke fuer alles!!

 

Viele liebe Gruesse aus Velma, Oklahoma

 

Hanne

 

P.S: zu meiner Area Rep: Pam Nicols ist wirklich super: sie bietet so viele Aktivitaeten an (die ich meistens nicht mitmachen kann, da ich selber viel zu beschaeftigt bin) und gibt sich viel Muehe. Ich haette auch keine Bedenken zu ihr zu gehen, wenn etwas schlecht bei mir laufen sollte. Also: ein grosses Lob!!

 

P.P.S: falls zukuenftige Austauschschueler Fragen an mich haben, koennen mir ruhig Mails geschrieben werden